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Seeurnen bestehen aus entsprechenden Materialien wie Zellulose, gepresstem Sandstein oder anderen Mineralien
(unter anderem niedrig gebrannte Keramikgefäße) und lösen sich innerhalb kurzer Zeit (Vorgabe des Deutschen
Hydrographischen Institutes) nach der Beisetzung vollständig im Wasser auf. Die genauen Koordinaten der
Position der Seebestattung werden in das Schiffslogbuch eingetragen. Auf Wunsch erhalten die Angehörigen eine
Urkunde mit diesen Koordinaten und einen Auszug aus dem Logbuch des Beisetzungsschiffes.
Bei der Wahl der Seebestattungsreederei sollten Informationen über deren Schiffe eingeholt werden. Bei kleinen
Schiffen mit einer Zulassung bis zu 12 Personen ist die Abhängigkeit von Witterungseinflüssen auf See sehr hoch und
die vorgehaltenen Rettungsmittel oft auf ein Mindestmass beschränkt. Schiffe mit einer Zulassung über 12 Personen bieten in vieler Hinsicht mehr Sicherheit,
sowohl in der Planung und Durchführung der Seebestattung, wie auch in den auf See nötigen Auflagen. In der Regel findet am Heimatort des Verstorbenen eine
übliche Trauerfeier mit anschließender Einäscherung statt. Der Bestatter übersendet die Krematoriumsurne an eine Seebestattungsreederei. Dort wird die Asche in
eine Seebestattungsurne aus auflösbarem Material umgefüllt. Die Angehörigen haben die Wahl, ob sie an der Bestattung der Urne auf hoher See teilnehmen
möchten oder nicht. Bei der Teilnahme von Angehörigen spricht man von einer begleiteten Seebestattung. Nehmen keine Angehörigen teil, spricht man von einer
stillen Seebestattung. Bei einer stillen Seebestattung werden in der Regel mehrere Urnen bei einer Bestattungsfahrt dem Meer übergeben.
Nehmen die Angehörigen teil, wird nur die Urne des Verstorbenen, dessen Angehörige an Bord sind, mit auf See genommen, und Kapitän wie Besatzung nehmen
die Bestattung als Zeichen der Würdigung des Verstorbenen in Marineuniform vor. Ein Hissen der Flagge, musikalische Untermalung (Nationalhymne oder
Trauermusik) und das Blasen der Bootsmannspfeife sind oft verwendete Rituale. Nach einer kurzen Ansprache wird die Urne an einem Tampen (Schiffstau) dem
Meer übergeben. Es werden einzelne Blumen oder Blütenblätter als Letzter Gruß auf das Seegrab gestreut. Ein nach speziellen Vorgaben vom Floristen
gefertigter kleiner Kranz markiert des Seegrab, während das Schiff eine Ehrenrunde um das Seegrab fährt und sich dann mit drei Signaltönen verabschiedet.